Kategorie: Vermessung Gelände

Olympiastadion München // Vermessung & Bauwerksinspektion

Die 74.800 qm große Dachlandschaft wurde für die Olympischen Spiele 1972 errichtet. Sie besteht aus einer vorgespannten Seilnetzkonstruktion die mit Acrylglas-Platten verkleidet ist, Die Hauptlast wird über die Randseile, sowie die bis zu 81 m hohen Pylonen abgeleitet.

Die Zeltdachkonstruktion überspannt neben dem Stadion auch die Olympiahalle, die Olympia-Schwimmhalle sowie die dazwischenliegenden Wege. Dadurch soll das Stadion Leichtigkeit, Transparenz und Offenheit symbolisieren. Es zählt zu den wichtigsten Bauten der bundesdeutschen Nachkriegsarchitektur und gilt als ein Wahrzeichen Münchens. Wie die anderen Bauten unter dem Zeltdach steht das Olympiastadion seit 1998 unter Denkmalschutz.

Eine ARGE aus unterschiedlichen Fachunternehmen und Ingenieurbüros ist aktuell mit der Nachrechnung und der Bauwerksprüfung der gesamten Dachkonstruktion beauftragt, um das denkmalgeschützte Bauwerk auch weiterhin erhalten zu können.

Das Ingenieurbüro WOLF ist im Projekt in drei Themenbereichen aktiv und liefert seit 2018:

1) hochgenaue Vermessungsdaten aus der Luft, welche die terrestrischen Laserscans ergänzen und in Abschattungsbereichen nachverdichten

2) hochauflösende Bild- und Videodaten zur Bauwerksinspektion im Nahbereich schwer zugänglicher Bereiche

3) Spezialequipment zur georeferenzierten Bilddokumentation mit dem DROBIT Inspector

Kurze Lesepause?
   
Fliegen Sie in unserem Video virtuell über das Gelände.

Welche Flugverbote haben uns nun beim Olympiaprojekt betroffen?
+ Bundesstrasse
+ Parkanlage
+ Ortslage
+ Industrie/Gewerbefläche

Einige Gesetzesänderungen zur damaligen Zeit machten eine spezielle Fluggenehmigung (auf Basis einer SORA) erforderlich. Diese wurde erstmals durch uns beantragt und 6 Monate später auch durch das Luftamt Süd in Bayern genehmigt. Die Genehmigung wurde durch das zuständige Luftamt 2x sehr unkompliziert verlängert, da der Projektfortschritt dies erforderlich machte.

Weitere Herausforderungen bestanden durch den anspruchsvollen Veranstaltungskalender des Auftraggebers, welcher für unsere Arbeiten einen 14-Tage-Vorlauf erforderlich machte.

Auch die saisonalen Vogelbrut/Naturschutz (Nistplätze am Bauwerk selbst) und das naturgemäß ohnehin recht hohe Aufkommen an Besuchern/Sportlern/Touristen waren Herausforderungen im Projektablauf.

 

Wiesn 2019

Heutet startet das Oktoberfest, besser bekannt als „Wiesn“…

Mit dem DLR (Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt) und Quantum-Systems waren wir bereits im Vorfeld dabei und haben eine hochauflösende Karte zur Einsatzplanung erzeugt. Im Grunde genommen ein klassischer „GIS-Layer“ für die Organisation der Feuerwehr- und Rettungskräfte, Polizei usw.

Denn: Niemand soll verloren gehen und die Unfallhelfer sollen trotz enger Gassen und Menschenmengen schnell am richtigen Ort sein.

O’zapft is scho und auch von uns:    „Auf eine friedliche Wiesn 2019“.

Video zum Flug bei Youtube
Punktewolke 3D bei Pointview

Flughöhe:                             200m (Sondergenehmigung bis 250m AGL)
Bildanzahl:                           470
Erfassungsfläche:               40ha
Bodenauflösung:                2.5cm/px
Kartengenauigkeit (rel.):    1cm (XY) und 3cm (Z) durch PPK
Flugzeit:                               15Min (~17% einer Akkukapazität)

Mehr Hintergründe zum Projekt gibt es auch noch hier.

Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)
München.de
Berufsfeuerwehr München
Polizei München
Landeshauptstadt München KVR
Universum Oktoberfest
Luftamt Südbayern

#Trinity #Drones4good #GIS

Autobahnbaustelle // Hangrutsch

Durch starke Herbstregenfälle hatte es einen nächtlichen Hangrutsch auf einer Autobahnbaustelle gegeben und unser Team rückte schnellstmöglich aus, um berührungslos aus der Luft ein digitales Geländemodell zu erzeugen.
 
Durch die Vermessung aus der Luft reduzierte sich eine Gefährdung für Mensch und Material auf ein Minimum und der nunmehr abgesperrte Bereich konnte in Zentimetergenauigkeit vermessen und 3D-modelliert werden. Der erfasste Bereich beträgt zwar nur knapp 4 Hektar, wurde jedoch im Höhenmodell mit einer relativ hohen Punktdichte von 360 Punkten pro m² ausgewertet. Alle 5,3cm folgt somit ein Höhenmeßpunkt, dessen durchschnittlicher Fehler in Z bei weniger als 0,6cm liegt.
 
Der Hangrutsch, welcher bisher als nicht gravierend bewertet wurde, stellt sich mit seinen besonderen geologischen Verhältnissen nach den weiteren Auswertungen als umfangreicher als gedacht dar. Die zuständigen Stellen und Behörden prüfen das weitere Vorgehen zur Wiederherstellung des Hanges.