Kategorie: Inspektion

SLAM-Jam am Olympiadach München

Für unseren Standort in München ist das Projekt am Olympiadach eines der regionalen Highlights.
Kein Wunder, denn hier wurden viele Flüge zur photogrammetrischen Erfassung, zur Inspektion und Beweissicherung/Dokumentation durchgeführt. Hier gelangen Sie zu einem älteren Beitrag zu diesem Projekt.

Diese früheren Arbeiten sind bereits abgeschlossen, die 3D-Daten (Punktewolken) sind längst mit dem terrestrischen Laserscanning zusammengeführt und u.a. digitale Modelle zur statischen Nachweisrechnung daraus abgeleitet.

Für unsere süddeutschen Kollegen bietet solch ein komplexes Bauwerk + Umgebung auch immer eine gute Gelegenheit neue Ausrüstung zu testen und ihre Datenqualität zu prüfen. So haben wir den GeoSLAM ZEB Horizon im Außen- und Innenbereich der Olympiahalle eingesetzt und dem Digitalen Zwilling weitere 3D-Daten hinzugefügt.

 

 

Denkmalschutz & Bauwerksdokumentation

Im Rahmen großer Bau- und Sanierungsprojekte ist eine Vorher-Nachher-Dokumentation unerlässlich. Die Firmengruppe Förster + Sennewald vertraut hierbei seit langem auf das Team IBW.

Ähnliche Schwerpunkte finden Sie außerdem in unseren Beiträgen zur Fassadeninspektion und computergestützten Auswertung und im Beispiel einer Risskartierung einer Tunneldecke in 0.1 mm.

Olympiastadion München // Vermessung & Bauwerksinspektion

Die 74.800 qm große Dachlandschaft wurde für die Olympischen Spiele 1972 errichtet. Sie besteht aus einer vorgespannten Seilnetzkonstruktion die mit Acrylglas-Platten verkleidet ist, Die Hauptlast wird über die Randseile, sowie die bis zu 81 m hohen Pylonen abgeleitet.

Die Zeltdachkonstruktion überspannt neben dem Stadion auch die Olympiahalle, die Olympia-Schwimmhalle sowie die dazwischenliegenden Wege. Dadurch soll das Stadion Leichtigkeit, Transparenz und Offenheit symbolisieren. Es zählt zu den wichtigsten Bauten der bundesdeutschen Nachkriegsarchitektur und gilt als ein Wahrzeichen Münchens. Wie die anderen Bauten unter dem Zeltdach steht das Olympiastadion seit 1998 unter Denkmalschutz.

Eine ARGE aus unterschiedlichen Fachunternehmen und Ingenieurbüros ist aktuell mit der Nachrechnung und der Bauwerksprüfung der gesamten Dachkonstruktion beauftragt, um das denkmalgeschützte Bauwerk auch weiterhin erhalten zu können.

Das Ingenieurbüro WOLF ist im Projekt in drei Themenbereichen aktiv und liefert seit 2018:

1) hochgenaue Vermessungsdaten aus der Luft, welche die terrestrischen Laserscans ergänzen und in Abschattungsbereichen nachverdichten

2) hochauflösende Bild- und Videodaten zur Bauwerksinspektion im Nahbereich schwer zugänglicher Bereiche

3) Spezialequipment zur georeferenzierten Bilddokumentation mit dem DROBIT Inspector

Kurze Lesepause?
   
Fliegen Sie in unserem Video virtuell über das Gelände.

Welche Flugverbote haben uns nun beim Olympiaprojekt betroffen?
+ Bundesstrasse
+ Parkanlage
+ Ortslage
+ Industrie/Gewerbefläche

Einige Gesetzesänderungen zur damaligen Zeit machten eine spezielle Fluggenehmigung (auf Basis einer SORA) erforderlich. Diese wurde erstmals durch uns beantragt und 6 Monate später auch durch das Luftamt Süd in Bayern genehmigt. Die Genehmigung wurde durch das zuständige Luftamt 2x sehr unkompliziert verlängert, da der Projektfortschritt dies erforderlich machte.

Weitere Herausforderungen bestanden durch den anspruchsvollen Veranstaltungskalender des Auftraggebers, welcher für unsere Arbeiten einen 14-Tage-Vorlauf erforderlich machte.

Auch die saisonalen Vogelbrut/Naturschutz (Nistplätze am Bauwerk selbst) und das naturgemäß ohnehin recht hohe Aufkommen an Besuchern/Sportlern/Touristen waren Herausforderungen im Projektablauf.

 

Fassadenerfassung in Millimetern

Die Erfassung (und nachfolgend die Prüfung und Schadensdokumentation) gehört nicht nur an historischen Fassaden zu unseren Spezialgebieten. Im Grunde genommen decken wir das komplette Kapitel der Digitalisierung ausgewählter Bereiche unserer realen Umgebung ab und setzen in der Auswertung auf künstliche Intelligenz und Deep Learning Algorithmen.

Ein Managementsystem für die Bauwerkserhaltung benötigt aktuelle und zuverlässige Daten, um einen sicheren und gleichzeitig wirtschaftlich tragfähigen „Betrieb“ zu garantieren.

Drohnen und computergestützte Auswertungen können hier einen wesentlichen Beitrag leisten und eignen sich zur Erfassung von:
# Bestandsdaten (beispielsweise. falls keine, oder nur ungenaue Basisdaten vorhanden sind)
# aktuellen Schadensdaten (auch zeitlichen Schadensreihen für Protokollierung von Veränderungen / Monitoring)
# Erhebung und Auswertung von Verkehrsdaten (zum Beispiel durch luftgestützte Analyse der Nutzung).

Risskartierung // Tunneldecke

Nächtliche Tunnelsperrungen sind ein Ärgernis für den Verkehr, jedoch unumgänglich für die Durchführung von Wartungs- und Inspektionsarbeiten.
 
Die Sperrzeiten sind im Regelfall vorgegeben und knapp bemessen. Durch unser Know-How und den Einsatz moderner Verfahren können deutlich mehr Daten erfasst und zugleich eine höhere Ergebnisqualität erzielt werden.
 
Die Tunneldecke wurde auf einer Fläche von 8.500m² mit einer Objektauflösung (GSD) von 0,6mm/px erfasst, um eine gesamtheitliche Risskartierung zu erhalten. Aus 3.400 Einzelbildern wurde eine gesamtheitliche fotografische Abbildung erzeugt, welche maßstabsgetreu, entzerrt und skaliert ist. Sie dient fortan der weiteren computerunterstützten Auswertung und Messungen.
 
In einem zweiten Erfassungsschritt wurden insgesamt 24 HotSpots definiert, welchen eine besondere Aufmerksamkeit im Rissmonitoring zukommt. Diese HotSpots (Gesamtfläche 400m²) wurden in einem eigens entwickelten Prozess mit einer Objektauflösung von 0,1mm/px erfasst.